Implantat-Pflege-Center statt Periimplantitis

Implantate (künstliche Zahnwurzeln) brauchen regelmäßige häusliche und professionelle Pflege in der Zahnarztpraxis. Deshalb ist es wichtig, dass die Zahnarztpraxis auch hierfür besonders qualifiziert ist.

Was sind Implantat-Pflege-Center

    Implantat-Pflege-Center sind zahnmedizinische Praxen und Kliniken, die sich im Bereich der Implantat-Prophylaxe freiwillig den Qualitätskriterien des Aktionsbündnisses gesundes Implantat verpflichten.

Bei diesen Kriterien handelt es sich um festgelegte Standards, die sich auf die räumlichen und technischen Voraussetzungen der Klinik/Praxis vor allem der Einsatz von entsprechend aus- und fortgebildetem Fachpersonal beziehen. Eine ausführliche und rechtzeitige Aufklärung der Patienten ist ebenfalls essenziell, um die Bezeichnung „Implantat-Pflege-Center“ führen zu dürfen.

Implantat-Pflege-Center verpflichten sich zu folgenden Standards:

  • Die/der Praxisinhaber/in ist seit der Approbation – also der Zulassung zur Berufsausübung als Zahnarzt – mindestens zwei Jahre zahnmedizinisch tätig
  • Die professionelle Reinigung des Implantates wird in dieser Praxis ausschließlich durch eine entsprechend qualifizierte Fachkraft durchgeführt
  • Die Praxis vereinbart mit Implantatpatienten regelmäßig Termine zur Kontrolle und Nachsorge. Die Frequenz dieser Termine richtet sich nach dem individuellen Risiko für
  • Entzündungen am Implantat, das bei Ihnen ermittelt wurde. (Wir erfassen dieses Risiko im Rahmen der jährlichen OHManagement Gesunderhaltung)
  • Die Struktur- und Prozessqualität der Prophylaxe-Maßnahmen an Implantaten orientieren sich in dieser Praxis am aktuellen Stand der Wissenschaft
  • Ausstattung und Struktur in dieser Praxis (Räume, Geräte, Instrumente, Materialien) sind zur Umsetzung präventiver Maßnahmen an Implantaten geeignet sind.

Ursachen periimplantärer Infektionen – Mukositis und Periimplantitis

Implantate unterscheiden sich in ihrer Verankerung im Kieferknochen wesentlich vom natürlichen Zahn, der über den Wurzelzement und die parodontalen Fasern im Kiefer gehalten wird. Die Titanschraube verwächst hingegen direkt mit dem Knochen (Osseointegration). Für das Gelingen der Osseointegration (knöcherne Einheilung) kann die Zahnmedizin sehr hohe Erfolgsquoten vorweisen.

Am Implantat gibt es weniger Blutgefäße und Fibroblasten als am natürlichen Zahn. Auch das Narbengewebe um das Implantat unterscheidet sich von der Gingiva am Zahn. Der Abschluss zwischen dem periimplantären Weichgewebe und dem Implantatabutment ist nicht so dicht wie der des parodontalen Bindegewebes.

Damit ist das Implantat schlechter vor eindringenden Bakterien geschützt. Entsteht hier eine Entzündung, schreitet sie schneller voran als am natürlichen Zahn und kann leichter bis zum Kieferknochen vordringen. Als Risikofaktoren für periimplantäre Entzündungen (periimplantäre Mukositis und Periimplantitis) werden unter anderem eine schlechte Mundhygiene, Rauchen, ein unsaniertes parodontal-erkranktes Gebiss oder auch Mikrobewegungen des Implantats angenommen.

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Mehr Informationen zu Entzüngsursachen am Zahnimplantat hier

 

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