Kariesprophylaxe – Leitlinie der Wissenschaft

Kariesprophylaxe durch Patient und Praxis

Die neue Leitlinie zur Kariesprophylaxe, erstellt u.a. durch die DGZ und die DGZMK regelt die Arbeitsteilung für die Kariesprophylaxe: Drei Punkte erledigt der Patient täglich, vier weitere erfolgen in Abstimmung mit dem Zahnarzt. (siehe obige Grafik: DGZ)

Die sieben goldenen Regeln der Kariesprophylaxe

Hieraus sind die sieben Kernempfehlungen als goldene Regeln zur Kariesprophylaxe ersichtlich und wer diese befolgt, hat gute Chancen, mit gesunden Zähnen durchs Leben zu gehen. Folgende drei Empfehlungen setzen die Patienten täglich in Eigenregie um, nachdem sie hierüber in der Zahnarztpraxis aufgeklärt wurden:

Dem Biofilm zu Leibe rücken

Erstens gehört zur Kariesprophylaxe zweimal tägliches Zähneputzen mit einer fluoridhaltigen Zahnpasta. Die tägliche Anwendung einer Zahnpasta mit 1.000 bis 1.500 ppm Fluorid gilt als effektivste Methode zur Vorbeugung von Karies. Daneben soll grundsätzlich fluoridhaltiges Speisesalz im Haushalt verwendet werden.

Das zweimal tägliche Zähneputzen hat auch das Ziel, eine möglichst vollständige Entfernung des bakteriellen Biofilms zu erzielen. Je nach Vorliebe sind Hand- oder elektrische Zahnbürsten gleichermaßen geeignet. Mindestens zwei Minuten sollte die Regel sein. Lassen sich Biofilm und Speisereste mit der Zahnbürste allein nicht ausreichend entfernen, sind Zahnseide oder Zahnzwischenraumbürstchen zusätzlich gefragt. Sowohl die richtige Anwendung der Zahnbürste, gleich ob Hand- oder Elektrisch wird in unserer Praxis mit dem Patienten geübt. Nur so ist gewährleistet, dass wirklich alle zu reinigenden Stellen im Mund erreicht werden. Das gilt insbesonders auch für die Auswahl und Anwendung von Zahnzwischenraumbürstchen.

So wenig Zucker wie möglich

Zweitens gilt es, Menge und Häufigkeit zuckerhaltiger Mahlzeiten und Getränke möglichst gering zu halten. Karies kann nur entstehen, wenn den Bakterien im Biofilm ausreichend Zucker zur Verfügung steht, der in Säuren umgewandelt wird, die den Zahnschmelz angreifen. Speisen und Getränke ohne durch den Hersteller oder Verbraucher zugesetzten Zucker oder ohne Zucker, die von Natur aus in Honig, Fruchtsäften, Sirup etc. vorhanden sind, sollten daher bevorzugt werden. Kinder sollten Süßigkeiten, die sie geschenkt bekommen sammeln und an einem festgelegten Tag in der Woche aufessen. So wird das seit jeher in Schweden am sogenannten „Lördag“ gemacht.

Den Speichelfluss zum Laufen bringen

Zur Anregung des Speichelflusses ist das Kauen von zuckerfreiem Kaugummi nach den Mahlzeiten empfehlenswert. Durch das Kauen wird der Speichelfluss angeregt und dadurch schädliche Säuren schneller neutralisiert. Regelmäßige Speichelstimulation nach dem Essen oder Trinken kann so das Kariesrisiko reduzieren. Wir empfehlen dabei Xylitol Kaugummi, die wenigsten 1g Xylitol pro Kaugummi enthalten, weil Xylitol zusätzlich auch die Kariesbakterien hemmt. Mehr zu Xylitol finden sie hier.

Ein strukturiertes Prophylaxeprogramm nach OHManagement ist wichtig

Insbesondere für Patienten mit erhöhtem Kariesrisiko ist die Teilnahme an unserem strukturierten Prophylaxeprogramm nach dem OHManagement Konzept wichtig. Durch Kombination verschiedener individuell zusammengestellten Maßnahmen, die meist ein Paket an Instruktionen, Informationen und zusätzlichen präventiv therapeutischen Maßnahmen umfassen, kann der Kariesentstehung sicher vorgebeugt werden.

So profitieren vor allem Patienten mit aktiver Wurzelkaries von Zahnpasten mit erhöhter Fluoridkonzentration. Auch fluoridhaltige Lacke, Gele oder Spüllösungen können geeignet sein. Für den Extraschutz von durchbrechenden bleibenden Zähnen oder im Bereich freiliegender Wurzeloberflächen ist die professionelle Anwendung von Chlorhexidin-Lacken (mit mindestens einprozentiger Konzentration) empfehlenswert. Zudem sollten Kinder und Jugendliche kariesgefährdete Fissuren und Grübchen von durchgebrochenen Molaren versiegeln lassen. Im Einzelfall kann dies auch bei Prämolaren oder Frontzähnen von Erwachsenen sinnvoll sein. Auch diese Maßnahme ist Teil eines umfassenden Prophylaxekonzepts.

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